|
Realisierungs-Wettbewerb
Georg-Ledebour-Schule Nürnberg-Langwasser
2001 5. Preis
Grund- und Hauptschule, Zweifachsporthalle mit Freisportanlagen
Konzept Außenanlagen
Ein "frischer Wind" weht durch die Ledebour-Schule. Die windmühlenartige Architektur des Gebäudekomplexes erzeugt symbolisch eine Luftströmung, die die unterschiedlichen Aspekte des Lebens hineinbringt in variabel nutzbare Freiräume.
Die gliedernde Architektur unterteilt die gebäudenahen Freiflächen in vier Hauptzonen mit verschiedenen Funktionen, wobei sich die jeweils gegenüberliegenden Zonen einer ähnlichen Formensprache zuordnen:
1. Vorplatz am Hauptzugang
- Die architekturbegleitende Baumreihe betont die Haupterschließungsachse
- Die Gliederung des befestigen Platzes erfolgt durch Pflaster- und Vegetationsbänder im Rhythmus des Gebäuderasters
Was tun ?
ankommen, Fahrrad abstellen, sich begrüßen, news austauschen, plaudern,
dates vereinbaren, sms verschicken, sich verabschieden.....
2. Freiraum Grundschule
- Hier wird der unmittelbare Kontakt mit der Natur ermöglicht,
Grünaspekt und amorphe Formen überwiegen
- lichter Waldbestand durchdringt den Freiraum, es entsteht ein Zusammenspiel von Natur und Architektur
- Holzpodeste sind den Klassenräumen zur flexiblen Unterrichtsgestaltung direkt vorgelagert
- Naturmaterialien überwiegen, Holzpodeste, Kiesflächen, Wiese
- Bei Bedarf kann hier eine Schulgarten-Parzelle geschaffen werden
Was tun ?
klettern, balancieren, toben, fangen, spielen, lachen, fühlen, riechen,
staunen, sein Selbstbewusstsein entwickeln, lernen.....
3. Freiraum Hauptschule
- variabel nutzbarer, befestigter Schulhof, der sich zu den
Außensportflächen hin öffnet
- Gliederung durch Vegetationsbänder
- statt uniformer Möblierung sind Mauerlinien und Sitzblöcke Teil des
Gestaltungskonzepts
- der abgesenkte Werkhof bietet Raum für kreatives Gestalten, alternativ
ist die Nutzung für Kleinveranstaltungen denkbar
Was tun ?
sitzen und plaudern, spielen, toben, lärmen, Kräfte messen, lachen, sich streiten, sich versöhnen, stöhnen, lästern, flanieren, flirten, cool sein, feiern, pauken.........
4. Freiraum für Außenunterricht
- Ruhezone wahlweise für Kommunikation/Unterricht
Sporttheorie/ Pause/ Theater
- Naturnahe Beläge und Materialien überwiegen
- statt uniformer Möblierung gliedern bunte Sitzwürfel und Sitzbalken
den Platz
Was tun ?
diskutieren, zuhören, zuschauen, Theater spielen, Talente entdecken und entfalten, lernen............
Weitere Funktionsräume gliedern sich in nördlicher und südlicher Richtung an.
Der Waldgarten
Der vorhandene lichte Waldbestand, der südlich in den "Lorenzer Reichswald" übergeht,
wird in seiner Geschlossenheit erhalten.
Ein schmaler Pfad aus Wassergebundener Decke/ Recycling-Material führt über Fussfühl-Passagen an Spielskulpturen vorbei.
Somit tritt der vorhandene Baumbestand in Dialog mit neuen, behutsam integrierten Elementen.
Die Freiterrasse
Natur und Architektur werden in eine Beziehung zueinander gesetzt, die den unmittelbaren Kontakt mit dem Außenraum ermöglicht. Je nach Bedarf kann die dem Mehrzweckraum vorgelagerte Freiterrasse im Süden als Lehreraufenthalt oder als Veranstaltungsort mit dem Reiz der ruhigen Waldkulisse genutzt werden.
Die Außensportflächen
Sämtliche funktionalen Sportflächen im Außenbereich schließen sich an den befestigten Haupthof an. Auch hier erfolgte die Anordnung der Sportflächen unter der Prämisse der weitestgehenden Erhaltung des vorhanden Baumbestandes.
Der Sitzhügel an der westlichen Grenze fängt den Höhensprung des Geländes auf und bietet gleichzeitig Sitzmöglichkeiten für den Sportunterricht.
Johannes Henschel, Landschaftsarchitekt BDLA
i.A. Claudia Horneber, Landschaftsarchitektin

|
|